Über uns

Die Erfolgsgeschichte des Unimog-Club Gaggenau e. V.

Der Unimog-Club Gaggenau e. V. ist heute eine Vereinigung von über 6.500 Mitgliedern in 34 Ländern (Stand August 2016). Michael Wessel, Ehrenvorsitzender des Unimog-Club Gaggenau e. V. (UCG), erzählt die Gründungsgeschichte:

Für die Gründung des Clubs ausschlaggebend war sicher, dass ich mir 1992 auf dem Jahrestreffen des Unimog Veteranen Clubs in Bad Laer von Alfred Menke einen Unimog 2010, Baujahr 52 kaufte. Dorthin war ich eigentlich gefahren, um meinen ersten Band der Geschichten rund um den Unimog vorzustellen.

Zuhause angekommen, sprach ich dann Unimog-Besitzer an und hörte, dass sie sich „schon immer mal zu einem Stammtisch treffen wollten“. Diesen Wunsch wollte ich realisieren: An zwei Wochenenden telefonierte ich einige Stunden und hatte anschließend nach dem Schneeballsystem – jeder kannte noch ein paar weitere Unimog-Besitzer – etwa 100 Adressen im Umkreis von 25 Kilometern rund um Gaggenau gesammelt. Diese Unimog-Besitzer lud ich im März 1993 auf den Gaggenauer Jahnplatz ein – und 40 kamen mit ihrem Unimog und weitere 20 ohne. Den anwesenden Unimog-Interessierten war schnell klar: Wir gründen in Gaggenau einen Unimog-Regionalclub. Einen Regionalclub deshalb, weil es ja den Unimog Veteranen Club bereits gab und wir diesem keinesfalls Konkurrenz machen wollten.

Am 15. Mai 1993 war es dann soweit: Bei Westermann-Holzbau im benachbarten Kuppenheim trafen wir uns, um die Gründung des Clubs in die Wege zu leiten.Dabei sollte nicht der Besitz eines Unimog, sondern die Begeisterung für dieses Fahrzeug im Vordergrund stehen. Diese kann sich auch im Sammeln von Unimog-Modellen, -Aufklebern, -Werbeartikeln, -Literatur oder im Interesse für die Geschichte dieses Allroundfahrzeuges äußern.

Unter den Gründungsmitgliedern des Clubs war auch der Leiter des Geschäfts-bereichs Unimog der damaligen Daimler-Benz AG, Hans-Jürgen Wischhof, selbst stolzer Besitzer eines hervorragend restaurierten Unimog 411 und engagierter Sammler von Unimog-Modellen. Wischhof begrüßte die Initiative zur Gründung des Clubs, „denn der Unimog ist ein so begeisterungswertes Fahrzeug, dass man sich auch noch nach getaner Arbeit in der Freizeit gerne mit ihm beschäftigt“.

Hans-Jürgen Wisschhof in seinem Unimog 411c

Hans-Jürgen Wisschhof in seinem Unimog 411c

Wir Gaggenauer haben das Glück, viele Mitglieder zu haben, die den Unimog seit Jahrzehnten in- und auswendig kennen – so beispielsweise das jetzige Ehrenmitglied Manfred Florus. Er fing 1949 nach seiner Ausbildung zum Diplomlandwirt bei Boehringer in Göppingen als Montagearbeiter in der Unimog-Montage an und war sein ganzes Arbeitsleben – zuletzt als Leiter des Exports – für den Unimog tätig.

Manfred Florus bei einer Messevorführung, Verona 1953

Manfred Florus bei einer Messevorführung, Verona 1953

Ehrenmitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied Heinz Schnepf arbeitete seit seiner Lehre über 40 Jahre nur für den Unimog. Mit ihm war er in vielen europäischen Ländern, in Asien, Amerika und Afrika. Sein letztes großes Erlebnis war 1990 die Rallye Paris-Peking mit einem Unimog 1300 L mit 240 PS. In vier Wochen mussten 18.000 Kilometer teilweise unter erschwerten Bedingungen bewältigt werden.

Heinz Schnepf und Manfred Florus im Prototyp U 5

Heinz Schnepf und Manfred Florus im Prototyp U 5

Auch das Leben von Roland Feix wurde größtenteils vom Unimog bestimmt: Ein Unimog-Prospekt aus dem Jahr 1948 faszinierte ihn so sehr, dass er bereits im Juli 1949 bei der Maschinenfabrik Boehringer in Göppingen als Montagearbeiter in der Unimog-Halle anfing. Er erlebte die Produktion der „Nummer 23“ mit! Es wurden 44 Jahre, in denen er den Unimog auf unzähligen Messen präsentierte und auf Testfahrten und Vorführungen in Argentinien, Uruguay, Paraguay, Chile und Lateinamerika begleitete.

Roland Feix in Lateinamerika, 1977

Roland Feix in Lateinamerika, 1977

Die ursprünglich auf den Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden angestrebte regionale Begrenzung konnte nicht aufrechterhalten werden. Schließlich wollten wir uns Unimog-Freunden aus weiter entfernten Regionen, die den Wunsch hatten, bei uns Mitglied zu werden, nicht verschließen.

Viele attraktive Angebote konnte der Club seit seinem Bestehen seinen Mitgliedern unterbreiten. So standen Fahrten nach Hohenheim, Mannheim und in die Ostschweiz auf dem Programm, ergänzt durch Einsatzdemonstrationen, Modellsammlertreffen, Filmabende, Werksbesichtigungen, Fahrerschulungen und Trials, Ausfahrten, Restaurierungskurse und Schraubertreffen zu speziellen Themen.

Die rasante Mitgliederentwicklung machte schon 1994 die Gründung von Regionalgruppen in Deutschland und im benachbarten Ausland erforderlich.

Das erste besondere Ereignis aber war 1995 die große Unimog-Sternfahrt nach Gaggenau anlässlich 100 Jahre Automobilbau in Gaggenau und 10 Jahre Unimog Veteranen Club. Mit dem Unimog Veteranen Club wurden von Anfang an gute persönliche Kontakte gepflegt, und so übernahm man gerne vor Ort die Organisation dieser Großveranstaltung. Viele große Jahrestreffen, beispielsweise im Offroad-Gelände in Aufenau bei Bad Orb, folgten.Unimog-1

Großer Beliebtheit erfreut sich im Club die vierteljährlich erscheinende Mitgliederinformation, das Unimog-Heft’l . Die Unimog-Freunde finden darin Reportagen, Techniktipps, Unimog-Kleinanzeigen, Vorstellungen von Mitgliedern, Geschichtliches und vieles mehr. Die Erfolgsstory um unser Clubmagazin Unimog-Heft’l finden Sie im gleichnamigen Reiter auf dieser Homepage.

Im Jahr 1997 erfolgte die Eintragung als „eingetragener Verein“ (e. V.).

Bereits beim Festabend zum fünfjährigen Bestehen im Jahr 1998 in Steinmauern kamen erste Ideen zur Errichtung eines Unimog-Museums auf. Michael Wessel war damals der Ideengeber, der im damaligen Leiter des Produktbereichs Unimog, Hans-Jürgen Wischhof, einen aktiven Unterstützer fand.

UCG-MB-Stern drehend

1999 wurde der UCG von Mercedes-Benz Classic in den Kreis der offiziell anerkannten Mercedes-Benz Markenclubs aufgenommen. Dies geschah in Anerkennung der langjährigen erfolgreichen Clubarbeit.

Seit 1999 kooperieren wir mit dem größten Unimog-Internet-Portal www.unimog-community.de.

Als feststand, dass die Unimog-Produktion von Gaggenau in das benachbarte Wörth verlagert wird, lautete das Motto bei den UCG-Vorstandmitgliedern Manfred Florus, Hans-Jürgen Schöpfer und Edwin Westermann: „Jetzt oder nie – wir errichten ein Unimog-Museum!“ Als erste Arbeitsgruppe skizzierten sie die Eckdaten für dieses Mammutprojekt. Neben konkreten Vorstellungen zum Gebäude wurden das Ausstellungsprogramm, Museumsträger, Sponsoren, Ausstattung, Eintrittspreise, aber natürlich auch die Finanzierung diskutiert.

2001 wurde in Gaggenau mit Unterstützung des UCG 50 Jahre Mercedes-Benz Unimog gefeiert. Über 500 Unimog-ler l50 Jahre Pinenkten ihr Fahrzeug zurück an den Entstehungsort. Schweren Herzens mussten die Gaggenauer akzeptieren, dass der Unimog-Bereich ab 2002 im benachbarten Mercedes-Benz Werk Wörth erfolgen wird.

Ein weiteres Highlight war die Anerkennung des UCG am 7. Juni 2005 als „gemeinnütziger Verein“ durch das Finanzamt Rastatt.

Die Verlagerung der Unimog-Produktion beflügelte die Vorstandsmitglieder, sodass das Projekt „Unimog-Museum“ daraufhin mit noch mehr Energie forciert wurde. Am 5. November 2002 wurde ein eigenständiger, gemeinnütziger „Unimog-Museums-Verein“ gegründet und UCG-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Schöpfer als erster Vorsitzender, Dieter Sellnau als Stellvertreter und Jürgen Hirth als Kassierer gewählt. Die Einweihung des Unimog-Museums fand am 3. Juni 2006 statt (mehr unter www.unimog-museum.com).

Aufgrund der ständig wachsenden Mitgliederzahl wurde 2008 eine Geschäftsstelle eingerichtet, um den Service für die Mitglieder zu erhöhen und den Vorstand zu entlasten.

Von der Club-Gründung im Mai 1993 bis November 2008 leitete ich als Vorsitzender die Geschicke des UCG. Nun wurde es Zeit, den Vorstand zu verjüngen. In der Mitgliederver-sammlung 2008 wurde Michael Schnepf (seit der Gründung Schriftführer) zu meinem Nachfolger gewählt. Meine Vorstandskollegen der ersten Stunde Roland Feix, Heinz Schnepf und Manfred Florus wurden zu UCG-Ehrenmitgliedern, mir wurde der Titel Ehrenvorsitzender zuteil.

Michael Wessel

Michael Wessel
im Dezember 2008

 

 

 

 

Als neuer erster Vorsitzender – gewählt im November 2008 – schreibe ich, Michael Schnepf, die Geschichte des UCG fort.

Im Juni 2011 wurde das nächste Jubiläum 60 Jahre Mercedes-Benz Unimog im Mercedes-Benz Werk Wörth gefeiert und mit einer Unimog-Sternfahrt und 60 ausgewählten Fahrzeugen vom Mercedes-Benz Werk Gaggenau zum Mercedes-Benz Werk Wörth unterstützt.

Designstudie

„Bei Heft’l 50 ist Schluss!“, hatte Carl-Heinz Vogler einmal gesagt, als dies noch in weiter Ferne lag. Heute können wir froh sein, dass er 74 Ausgaben in 19 Jahren für den UCG erstellt hat. Ohne dieses qualitativ hochwertige Heft’l häte der UCG nichtdiese rasante Entwicklung gemacht. Eine gewaltige Leistung, die höchste Anerkennung wert ist. Im Juni des Jahres 2012 und nach zweijähriger Vorbereitungszeit übergab unser „Heft’l-Macher“ seit Gründung, diese Aufgabe an seinen Nachfolger Michael Endres.

Seine Verabschiedung und Ernennung zum Ehrenmitglied bei der Mitgliederversammlung im November 2012 konnte Carl-Heinz aus gesundheitlichen Gründen nicht beiwohnen, sodass wir ihm kurzerhand seine Verabschiedung in einem Film festhielten. Weiterhin widmeten die Vorstandskollegen und einige in das Unimog-Heft’l involvierte Personen Carl-Heinz ein ganz persönliches Unimog-Heft’l-Exemplar.

Carl-Heinz Vogler, 2012

Carl-Heinz Vogler, 2012

Bei der Mitgliederversammlung im November 2013 wurden Hans-Jürgen Schöpfer nach 15-jähriger und Edwin Westermann nach 20-jähriger Vorstandsarbeit in den Kreis unserer Ehrenmitglieder aufgenommen. Hans-Jürgen Schöpfer unterstützte den Vorstand unter anderem bei allen rechtlichen Fragen, bei Fragen rund um die Unimog-Modelle. Ihm verdanken wir das heute UCG-Archiv, das er in jahrelanger akribischer Arbeit aufbaute. Edwin Westermann organisierte bis zu seinem Ausscheiden unzählige überregionale Teilemärkte sowie diverse weitere Veranstaltungen und war als Stellvertreter in der Regionalgruppe Mittelbaden-Ortenau-Elsass der Ansprechpartner für die Mitglieder.

Am 5. Mai 2014 wurde das UCG-Logo vom Deutschen Patent- und Markenamt als Wort-/Bildmarke registriert.

Natürlich unterhalten wir freundschaftliche Kontakte zu anderen Unimog-Clubs. So sind bereits drei eigenständige Vereine als Gesamtheit dem UCG beigetreten: im Jahr 1997 die niederbayerischen Unimog- und MBtrac-Freunde, im Jahr 1995 der Unimog-Club Schweiz/Liechtenstein und 2016 der Unimog-Club Italia.

Logo Niederbayern       Logo UCG Italia       Logo

Außerordentliche Mitgliederversammlung 2017 – Rücktritt des Gesamtvorstandes

Nach der Mitgliederversammlung 2016 wurden die Vorstandsmitglieder des UCG mit Anfeindungen, üblen Nachreden und Klagen konfrontiert. Die bis dahin erfolgreiche Arbeit des Vorstandes wurde dadurch massiv behindert. Der Vorstand sah keine Möglichkeit, in diesem Umfeld seine ehrenamtliche Arbeit weiterzuführen. Der zum 16. September 2017 einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung erklärte der gesamte Vorstand seinen Rücktritt.

Auch die Leiterin der Geschäftsstelle kündigte zum 15. September 2017 ihren Anstellungsvertrag mit dem UCG.

Michael Schnepf

 

 

Michael Schnepf
im September 2017